Hillel findet seine Schatzallerliebste

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Viele Jahre lang suchte Hillel nach der Frau, welche ihn liebt. Jede Zugfahrt begann mit einem vergeblichen Blick, mit welchem er seine Traumfrau zu erspähen hoffte. Doch heute kann er ganz entspannt in einen Zug einsteigen und die Fahrt genießen, denn er ist seiner Traumfrau begegnet und genießt das Glück mit ihr.
 So sitzt Hillel heute im Zug und fährt in großer Vorfreude zu seiner lieben Partnerin, welche er vor einem Jahr kennen lernte. Seit einem Jahr sind beide ein glückliches Paar und die Liebe ist frisch wie am ersten Tag.
 Hillel und Cara waren auf der gleichen Single-Börse angemeldet, aufeinander aufmerksam wurden sie aber in einem Diskussionsforum. Sie tauschten einige Mails und sehr bald ihre Telefonnummern aus und fühlten sich sehr zueinander hingezogen. Bereits vor der ersten persönlichen Begegnung hatten Cara und Hillel in ihrem jeweiligen Bekanntenkreis verkündet, dass die ein Paar geworden sind.
 Bald wird Hillel an den Wohnort seiner geliebten Cara ziehen, er freut sich sehr, dass er sie dann nicht mehr nur alle paar Wochen sehen kann, denn noch liegen viele Kilometer zwischen ihnen. Doch bald wird sich das ändern, und er kann seine liebe Partnerin regelmäßig in die Arme schließen. Jetzt schließt er erstmal die Augen, um von ihr zu träumen. Er träumt von seiner wunderbaren Partnerin, die er und die ihn über alles liebt und strahlt, während er zu ihr fährt.

 

 

 

Hillel und Chaja

Hillel kennt Chajja seit einigen Monden durch Diskussionen im Netz und nachdem sie oft miteinander telephoniert haben, beschließen sie, dass er sie besuchen fährt.
Sie wissen, dass sie eine tiefe Freundschaft verbindet und manchmal blitzt am Telephon etwas anderes auf.

Als sie einander sehen, verstehen sie sich sofort und Hillel ist gleich etwas begeisterter von Chajja, als er selber gedacht hatte es zu sein.

Hillel erschrickt, als er schon in der ersten Nacht, die er in einem kleinen gemütlichen Gästezimmer in Chajjas Wohnung zubringt, intensiv träumt, mit ihr zusammen zu sein. Er erschrickt, weil diese Träume so deutlich und stark über Miteinander-Kuscheln hinausgehen und er für sich bislang immer die Erfahrung gemacht hat, dass er viele Nächte durchkuschelte Nächte wünscht, ehe er eroterischere Träume nur anzuträumen wagt.
Er erschrickt und wagt nicht, Chajja von diesen Träumen zu erzählen

Für die Schabbat-Nacht lehren die Weisen, dass der Mann seine Frau in besonders aufmerksamer Weise erfreuen und ganz besonders aufmerksam sie erkennen soll, sofern sie möchte und ihr dieses von ihrem Körper her erlaubt ist.
Hillel nimmt all seinen Mut zusammen und fragt Chaja nach der Rückkehr von der Synagoge, ob er ihr die Schabbatfreude nach der Weisung der Torah bereiten solle. Chajja wünscht sich dieses; a/ber Hilllel fragt so übervorsichtig, dass sie den Eindruck hat, er wolle alleine ihr einen Gefallen tun und nicht spürt, wie sehr er in sie verliebt ist. Und so sagt sie, dass sie diese Form der Schabbatfreude an diesem Tag nicht möchte, obwohl auch sie angefangen hat, den Hillel liebzuhaben.

Beide sind ein wenig traurig, dass ihr innerer Wunsch nicht erfüllt wird; die Traurigkeit verfliegt jedoch, denn auch ohne diese besondere Form der Schabbatfreude ist ein Schabbat ein froher und föhlicher Tag.

Viel später erst, als Hillel wieder zu Hause ist und sie miteinander telephonieren, verraten sie einader, welche Wünsche sie an diesem Schabbat wirklich zueinander gehabt hatten und eine kleine Träne läuft über ihre Backen.

¿ Werden sie einder wiedersehen und noch viele Schabbatot gemeinsam miteinander verbringen ?





 

Hillel und Judith


 

Hillel fährt nachdenklich auf seiner Leeze.

Wie schon auf der Hinfahrt, so hat auch jetzt ein fehlender Wegweiser ihm einen Umweg beschert; fuhr er hin noch ein Stück im Kreis, hat er den Fehler jetzt selber bemerkt und seine Strecke korrigiert.

Er ist in Gedanken; die "rein freundschaftlichen Umarmungen" von Judith und ihm dauern mitunter etwas länger und er träumt, dass ihre Freundschaft sich wandle.

Wie gerne wäre er bei Judith geblieben; nicht, dass er daran denken würde, dass sie jetzt schon einander erkennen würden - um dazu bereit zu sein, braucht es bei ihm ohnehin die eine u/o andere durchknuddelte Nacht; geknuddelt hätte er aber schon gerne mit ihr.

Hillel hatte, als Judith beiläufig erwähnte, dass sie am Abend einen Termin hatte, zu dem ihr die rechte Lust fehlte, daran gedacht, ihr vorzuschlagen, dass er doch bei ihr bleiben und sie somit einen Grund zum Absagen hätte.

Die logistischen Vorraussetzungen waren gegeben; wer im Münsterland eine weitere Strecke radelt, hat ob der hohen Regenwahrscheinlichkeit zumeist Ersatzklamotten dabei und eine Zahnbürste und seine notwendigen Medikamente hat Hillel ohnehin vorsichtshalber fast immer mit.

Selbst eines seiner Parfums befindet sich auch in Judiths Badezimmerregal.

Aber er wagte nicht, Judith diesen Vorschlag zu machen.

Als er sich verabschiedete, hauchte er Judith einen leichten Kuss auf die Stirn; sie lächelte, aber eher in sich hinein als ihn an.

 

Wenige Wochen später

Hillel sitzt am Wasser, auf jener Bank, wo er Rosch-Ha-Schana nach Taschlich mit Judith gesessen hatte. Aneinandergekuschelt hatten sie um Verzeihung gebeten für Verletzungen, die sie einander im vergangenen Jahr zugefügt hatten und sich gegenseitig ein gutes, süßes und gemeinsames Jahr gewünscht.

Hillel war glücklich; im Elul hatten Judith und er von einem gemeinsamen Leben zu träumen begonnen. So viele Jahre wie sie schon Gute Freunde waren, konnte er sich nicht vorstellen, dass sie diesen Traum wieder verlieren würden.

Wie einig waren sie sich in vielen Fragen. Wenn sie ihn auch mitunter als liberal und er sie manchmal als orthodox neckte, so waren sie doch in allen wichtigen Lebensfragen einig und träumten beide von einem religiösen Leben miteinander.

Doch dieser Traum ist vorbei; denn Judith hörte zu träumen auf; sie träumt nicht mehr von einem gemeinsamen Leben mit ihm. Sein Hang zur Unordnung war der Pfeil, der endgültig alles zerstört hatte; Hillel gibt sich sehr erfolgreich Mühe, diese zu beseitigen; dennoch spürt er immer mehr, dass er Judith - nicht nur - daran verloren hat; seine Hoffnung, sie wiederzufinden, schwindet bei jedem Treffen.

Hillel sitzt wieder auf der Bank am Wasser, auf der Judith und er Rosch Ha Schana gesessen haben. Das Wasser seiner Augen nimmt nicht seine Sünden, sondern seine Hoffnung mit. Er ist so unendlich traurig und wünscht kaum mehr als dass der Versuch, ihre Freundschaft zu wandeln, im Scheitern nicht diese auch zerstört.

Vielleicht werden sie viele Monde später einmal die Chance zu einem zweiten Versuch habe